Vor dem Hintergrund der – durch den Klimawandel steigenden – Bedrohungen wie Spätfröste, Hochwasser oder Trockenheit dient der Masterplan Klimarisikomanagment Landwirtschaft der Abstimmung von Forschungsaktivitäten in diesem Bereich unter gleichzeitiger Sicherstellung eines engen Praxisbezugs.

Das übergeordnete Ziel ist die Verringerung von wetterbedingten Schäden für Betriebe und Haushalte sowie eine bessere Absicherung des volkswirtschaftlichen Schadens durch klimawandelbedingte Extremereignisse. Dies umfasst insbesondere

  • die Beschleunigung des risikobezogenen Wissenstransfers von der Theorie in die Praxis,
  • dadurch besseres und kosteneffizientes Risikomanagement, auch zur Absicherung der Lebensmittelproduktion in der Steiermark, sowie deren nachhaltige Positionierung auf den internationalen Märkten,
  • die Stimulation der technologischen Entwicklung von Lösungsansätzen heimischer Anbieter um durch Wissensvorsprung deren internationale Wettbewerbsfähigkeit zu stärken.

Das Land Steiermark reagiert mit dem Masterplan somit auf die Spätfrostereignisse im April 2016 und 2017 sowie auf die zunehmend aktuelle Forderung zur Verhinderung von Trockenheitsschäden in der Steiermark, die Verfügbarkeit von Bewässerung für landwirtschaftliche Kulturen zu prüfen.

Aufgrund der Langfristigkeit des Vorhabens besteht der Masterplan in der ersten Stufe aus einem vom Land Steiermark finanzierten 3-Jahresplan. Die Bearbeitung hat mit 1.7.2017 begonnen. Aufgrund der Aktualität des Themas Spätfrost stellt dieses im ersten Jahr den Schwerpunkt dar. Danach werden die Themen Dürre und Extremereignisse verstärkt behandelt.

Die Erstellung des Masterplanes wird vom Zentrum LIFE der JOANNEUM RESEARCH koordiniert. Zur möglichst breiten Abstimmung wurde im Auftrag des Landes Steiermark eine Steuerungsgruppe mit Vertretern von Wissenschaft, Verwaltung, Verbänden und Politik eingerichtet. Diese Arbeitsgruppe achtet darauf, dass sowohl die Problemanalyse, die konkrete Bewertung von Handlungsalternativen als auch die Umsetzung von Maßnahmen vorangetrieben wird und stimmt insbesondere auch die jährliche Schwerpunktsetzung ab. Die folgenden vier Bereiche erscheinen jedenfalls als relevant:

  • Pflanzenbauliche Maßnahmen/Interventionen (z.B. Austriebsverzögernde Unterlagen-wahl zur Bekämpfung der Spätfrostgefahr oder trockenheitsresitentere Züchtungen)
  • Technische Maßnahmen/Interventionen (z.B. Bewindungen, Beregnungen, Feststellung von Effektivität und Effizienz, regionale Sicherung von Wasserressourcen)
  • Finanzielle Maßnahmen/Interventionen (z.B. Konkrete Schadenserhebungen, Risikotransfermechanismen, versicherungsmathematische Berechnungen)
  • Governance/politische Maßnahmen (z.B. Stärkung abgestimmter, gemeinschaftlicher Vorgangsweise bei wasserrechtlichen Bewilligungen, Gründung von Genossenschaften)

Als zusätzliche Säule ist das Design der unterstützenden Infrastruktur geplant, um bestehende Ressourcen optimal bündeln und nutzen zu können. Hier geht es z.B. um die Einrichtung ver-besserter meteorologischer Frühwarnsysteme unter Einbindung privater Messstationen aber auch die Erstellung konkreter längerfristiger Forschungspläne zählen hier dazu.

ANSPRECHPERSONEN

  • Mag. Dr. Franz Prettenthaler, M.Litt., Direktor JOANNEUM RESEARCH-LIFE-Zentrum für Klima, Energie und Gesellschaft, franz.prettenthaler@joanneum.at / +43 316 876-7601
  • Mag. Michael Kernitzkyi, Forschungsgruppenleiter Wetter- und Klimarisikomanagement am Zentrum LIFE, michael.kernitzkyi@joanneum.at / +43 316 876-7610
  • DIin (FH) Sabrina Dreisiebner-Lanz, MSc, Wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Forschungsgruppe Wetter- und Klimarisikomanagement am Zentrum LIFE, sabrina.dreisiebner-lanz@joanneum.at / +43 316 876-7617